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Gedanken zum Wochenende

 

Lebensregal

Ab und zu stehe ich vor meinem Bücherregal und frage mich, ob ich nicht mal wieder ‘ausmisten’ sollte. So stand ich auch kürzlich wieder vor dem Regal. Diesmal vor dem Regal mit den CD’s. 50% der CD’s sind Audio-CD’s - Musik oder Hörbücher. Die anderen 50% beinhalten Software oder Daten, die ich vor einiger Zeit gesichert habe.

Musik und Hörbücher werden erst einmal nicht ausgemistet! Also fing ich an die anderen CD’s zu sichten. Auf die einen Seite legte ich die CD’s, die ich ungesehen entsorgen konnte. Da gab es Software aus dem Jahr 1999! - die konnte ich ohnehin nicht mehr verwenden. Oder Software, von der es inzwischen schon zwei oder drei neue Versionen gibt, die natürlich auch noch im Regal stehen.

Auf die andere Seite legte ich die CD’s, von denen ich aufgrund der Beschriftung nicht genau erkennen konnte, welche Daten sich auf der CD befinden. Und dieser Stapel wurde immer größer. Wohl ein Grund, warum die CD’s schon so lange im Regal schlummern. Und da erinnerte ich mich daran, dass ich sie schon des Öfteren in der Hand hatte und das Überprüfen immer auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hatte.

Mit unserem Leben ist das nicht viel anders! Da sammeln wir auch so manches, was irgendwo in der Ecke schlummert. Mal sind es Erinnerungen, mal Eindrücke, manchmal Vorurteile oder unbestätigte oder gar unreflektierte Überzeugungen. Wir leben mit ihnen, genau wie ich täglich mit meinem Bücherregal lebe. Alles wird uns so geläufig, steht am gewohnten Platz und fällt überhaupt nicht auf.

Spätestens, wenn wir die Bereiche mal ‘in die Hand nehmen’, merken wir, was da alles so dran hängt. Wir merken, dass sich da einiges längst erübrigt hat, Vorurteile sich beim genauen Überprüfen als falsch erwiesen haben und eigentlich in die Tonne gehören. Wir merken, dass Eindrücke aufgrund neuer Erlebnisse relativiert werden müssen.
Vielleicht fällt dir noch viel mehr ein, was so in einem Regal des Lebens vor sich herschlummert.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine neue Woche, in der wir uns etwas Zeit nehmen, um die Dinge, die in unserem Lebensregal nichts zu suchen haben, zu entsorgen.