Sie sind hier: Infos | Angedacht

Gedanken zum Wochenende

 

Was bleibt?

 

Angesichts der Katastrophe von Duisburg scheinen heute alle Gedanken zum Wochenende vorgegeben. Die Medien geben mit ihrer Berichterstattung die Schlagzahl für Umfang und Art vor. Man kann sich kaum noch den Meldungen entziehen. Jeden Tag erreichen uns neue Fakten, werden die Nachrichten von gestern noch einmal, von einer anderen Seite beleuchtet, veröffentlicht.

Natürlich ist es gut, notwendig und richtig, sich mit dem Leid der Opfer und deren Angehöriger zu solidarisieren. Natürlich ist es notwendig die Schuldfrage zu klären und Konsequenzen aus dem Desaster zu ziehen. Und natürlich ist es unausweichlich, aus dem Ganzen zu lernen.

Was aber bleibt von all dem übrig, was in den letzten Tagen an Schönem geschehen ist? Die vielen Wunder, bei der Geburt von gesunden Babys. Die geglückten Rettungsversuche von Polizei und Feuerwehr. Was bleibt übrig von den Momenten, wo Menschen eine positive Diagnose bekommen, Befürchtetes sich nicht bestätigt. Was bleibt übrig von den Momenten, wo sich zwei Menschen das JA-Wort geben oder wo 3 Millionen Menschen einen wunderbaren Tag auf der A40 erlebten.

Bei all dem, was tagtäglich negativ auf uns einstürmt und durch die Medien einen direkten Zugang in unser Wohnzimmer bekommt, findet auch das Andere statt, das Positive, das Zukunftsweisende das Glückliche.

Und Gott ist der, der beides begleitet. Der beiden Seiten zugewandt handelt. So lässt er sich heute erleben als der tröstende, der mitfühlende und helfende Gott. Ich erlebe ihn aber auch als den (mit mir) jubelnden Gott, der sich mit mir über die schönen Dinge des Lebens freut. Ich erlebe ihn als den, der trotz Schreckensbildern eine Perspektive für die Zukunft gibt.

Bei allem Unverständnis dafür, warum Gott vermeintlich in Duisburg nicht eingegriffen hat, bleibt die Hoffnung, dass er uns, trotzdem, oder jetzt erst recht begleitet und hilft.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine neue Woche, in der wir den Blick für Beides frei haben. Die Dinge, die uns nicht gefallen, um auch dort mitzufühlen und zu helfen, wie die Dinge, die einfach wunderbar sind. An denen wir uns erfreuen können. So kann Kraft für beides erlangt werden.

Manuel Bendig