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036 Freundlichkeit

 

Vor wenigen Minuten war es wieder so weit. Mein Papierkorb musste wieder einmal geleert werden. Die letzten Papierfetzen, eine leere Schachtel und das defekte Kabel noch schnell hineingeworfen und dann ab zu den Mülltonnen.

Im Treppenhaus denke ich gerade noch darüber nach, was in welche Tonne gehört, da fällt mir auf, dass der Steinboden des Treppenhauses feucht ist. “Natürlich, es ist ja Zeit für die wöchentliche Reinigung”, denk ich.  

Also laufe ich auf Zehnspitzen die Treppe hinunter. Eine Etage tiefer treffe ich auf die Dame, die heute für die Treppenhausreinigung zuständig ist. Nach einer kurzen Begrüßung entschuldige ich mich, dass ich ihre Arbeit zerstöre.

Ihre Reaktion war es, die mich nachhaltig beschäftigt. In einem eher gebrochenen Deutsch antwortet sie mir überaus freundlich, dass das nichts ausmache, da sie sowieso noch nicht fertig sei.

Als ich von den Mülltonnen zurückkam, wünschte sie mir, gefühlt noch freundlicher als vorher, ein schönes Wochenende.

Neben diversen Worten der Bibel zum Thema Freundlichkeit ist es ein Wort der engl. Schriftstellerin Daphne du Maurier (1907-1989), das ich heute gerne weitergeben möchte: „Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste Geschenk.“  

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine neue Woche, in der wir das Geschenk der Freundlichkeit  reichlich verschenken können, es kostet nichts und irgendwie kommt immer wieder etwas davon zurück.

Manuel Bendig

035 Vorbildwirkung

 

“Der ideale Deutsche, von Deutschen aus gesehen, ist leichtfüßig wie Mesut Özil, fehlbar wie Margot Käßmann, pragmatisch wie Angela Merkel, unprätentiös (aufrecht) wie Günther Jauch, konsequent wie Jogi Löw, unbeschwert wie Lena Meyer-Landrut, abgeklärt wie Helmut Schmidt.“ So fasst das Magazin “Spiegel” eine Studie über Deutsche Vorbilder zusammen.

Aus dem Ergebnis der Umfrage lassen sich viele Erkenntnisse über die Deutschen von heute ableiten. So z.B. dass ein ‘gebrochener Lebenslauf’, wie etwa der Rücktritt von Margot Käßmann, nicht über Popularität und Ansehen entscheide. Interessant ist auch, dass Lebensumstände oder Gewohnheiten nicht zwangsläufig zu einer ‘schlechteren’ Bewertung führen. Da spielt es beispeilsweise keine Rolle, dass der Altkanzler Schmidt auch in der Öffentlichkeit als Kettenraucher auftritt.

Was ist es also, was die Menschen an anderen Menschen schätzen? Offensichtlich nicht die Stellung, denn der Papst, der sicherlich der berühmtesten Deutsche ist, rangiert mit -nur- 35% auf der Liste in der unteren Hälfte, 15% hinter Lena Meyer-Landrut. Selbst die Frage nach der moralischen Instanz für Deutschland spricht eine eindeutige Sprache, da hier Helmut Schmidt mit 74% an erste Stelle zu finden ist, der für seine Abgeklärtheit und deutlichen Worte zu brenzligen Themen bekannt ist. Und Günther Jauch belegt hier einen guten Mittelplatz (50%) mit nur einem Prozentpunkt hinter dem Papst.

Gefragt, angesehen ist in Deutschland ein Mensch offensichtlich wenn er/sie eine gewisse Leichtigkeit für das Leben mitbringt, mit Fehlern leben kann, die Dinge des Lebens pragmatisch angeht und dabei konsequent und aufrichtig vorgeht. Aus der Umfrage (oder ihrer Deutung) scheint herauszukommen, dass erst die Balance zwischen abgeklärt und unbeschwert das Ganze abrundet.

Was ist es, was Jesus Christus zum Vorbild für Christen macht? Vorbild ist er in erster Linie nicht, weil er Gottes Sohn ist, sondern wegen seines Lebensentwurfs. Die z.B. in der Bergpredigt entwickelten christlichen, göttlichen Prinzipien machen ihn zum Vorbild für (m)ein Leben. Dabei spielen dann nur sehr wenige Attribute er o.g. Deutschen eine Rolle.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine neue Woche, in der wir uns über unser Vorbild, Jesus Christus, aber auch unsere eigene Vorbildwirkung im Klaren werden.

Manuel Bendig

034 Twitter-Bibel

 

Der Brite Chris Juby hat sich zum Ziel gesetzt im Internet über Twitter die Bibel zu veröffentlichen. Dazu hat der bekennende Christ die Bibel aufgeteilt. Sein Vorhaben: Jeden Tag ein Kapitel der Bibel ins Internet stellen.

Das wäre relativ leicht, aber nichts Neues. Denn die Bibel kann man in fast allen Sprachen und Ausgaben online finden, lesen, darin stöbern und auch kopieren.

Neu ist bei Juby, dass er, weil Twitter eine Art Mikroblog ist, für jeden Eintrag nur 140 Zeichen zur Verfügung hat. Chris Juby liest nach eigenen Aussagen jeden Tag in der Bibel. Und nun – bis zum September 2013! - liest er jeden Tag ein Kapitel, fasst es zusammen, und veröffentlicht die Zusammenfassung unter Twitter - in 140 Zeichen.

Bevor der geneigte (Bibel)Leser überlegt, welche Feinheiten, Fakten, Erklärungen und Zusammenhänge dabei unter den Tisch fallen könnten, bitte ich kurz darüber nachzudenken, wie wann und mit welcher Vorgabe man/frau gewöhnlich die Bibel liest. Mir fällt auf, dass ich in der Bibel lese, weil ich einen bestimmten Text suche. Oder aber ich habe eine Frage auf dem Tisch liegen, die von der Bibel her beantwortet werden soll. Regelmäßig lese ich im Zusammenhang mit einem Bibelstudium, das mich im Gottesdienst begleitet. Ach ja, und den Text zur allwöchentlichen Predigt lese ich (manchmal) auch mit. Und wenn ich ganz ehrlich bin, lese ich die Bibel mit den Augen, mit denen ich die Bibel schon so oft gelesen haben (Also mit meinem Vorverständnis, meinem Informationshintergrund etc.)

Was bleibt dabei übrig? Was bleibt hängen? Was überrascht mich? Fragen, die ich einfach mal wirken lassen möchte.

Auch wenn die Herangehensweise an die Bibel von Chris Juby auf den ersten Blick oberflächlich zu sein scheint, ermöglicht sie mir Zusammenhänge zu sehen und zu verstehen. Mir wird durch das Zusammenfassen vielleicht etwas klar, was ich bisher immer überlesen habe. Ich lese auch die Bibelabschnitte, die ich bisher überblättert habe. Eines aber ist es auf jeden Fall: Die Beschäftigung mit den wichtigsten Botschaften, die Menschen jemals zu lesen bekommen haben. Dem Wort Gottes.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine neue Woche, in der wir uns Zeit nehmen die Bibel aufmerksam und wenn möglich mit neuen Augen zu lesen. Vielleicht hilft uns dabei ja auch mal die Art der Herangehensweise von Juby.

Manuel Bendig

033 Vom Sorgen

 

Man könnte sagen, dass wir uns täglich Sorgen machen. Ob wir uns im Zuge der Welt-Nachrichten Sorgen machen über kriegerische Auseinandersetzungen, Berichte aus Katastrophengebieten oder die wirtschaftliche Entwicklung. Irgendwie schwingen unsere Sorgengedanken immer mit.

Wenn wir an unsere Kinder, unsere Familien denken, ist er häufig präsent, der Gedanke, was werden wird, wenn...! Das Ausbildungs- und Arbeitsleben gibt immer wieder Grund zum Sorgen. Und wenn es um die Zukunft geht, dann sind die Sorgen immer mit dabei.

Jürgen von der Lippe hat dies in einem Lied spaßhaft formuliert: "Guten Morgen, liebe Sorgen, seid Ihr auch schon alle da?" Aber so spaßig ist das gar nicht, oder?

Sorgen nehmen uns die Kraft für das Tägliche. Mehr noch, je näher die Sorgen an uns herankommen, desto größer und schwergewichtiger werden sie. Je mehr uns die Sorgen beschäftigen, umso stärker lähmen sie uns.

Im Grunde sind Sorgen Gedanken über Dinge, die wir vermuten oder befürchten. Aber keine Gedanken über Ereignisse, die schon eingetreten sind. Meist liegt der Grund unseres Sorgens in der Zukunft. Das bedeutet, dass wir nur sehr selten und meist auch nur ansatzweise zu einer tatsächlichen Lösung beitragen können, da die Zukunft nicht in unserem Machtbereich liegt.

Wenn wir unseren Sorgengedanken freien Lauf lassen, dann wird die erste Sorge recht schnell einen zweiten Gedanken mitnehmen, den wir auf dem Weg gefunden haben. Eh wir uns versehen, häufen sich die Sorgen wie ein riesiger Berg vor uns an und wir fühlen uns erschlagen, drehen uns im Kreis und kommen aus der ganzen Misere nicht mehr heraus. Wir werden innerlich von unseren Sorgen aufgefressen.

Da das Sorgenmachen ein alltägliches und durchaus großes Thema ist, hat sich Gott des Ganzen angenommen. Im 1. Petrusbrief 5:7 steht es eindeutig, unmissverständlich: “Überlasst all eure Sorgen Gott, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft!” (nach NL)

Überlassen bedeutet dabei abgeben, nicht behalten. Eine echte Herausforderung für uns. Wir wissen nicht, wie Gott sich wann und mit welchem Ziel um unsere Sorgen kümmert. Aber er verheißt an vielen Stellen seines Wortes, dass er es tut.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine neue Woche, in der wir den Mut und die Kraft aufbringen loszulassen. Vielleicht erleben wir ja zeitnah, dass er seine Versprechen hält!

Manuel Bendig

032 Was bleibt?

 

Angesichts der Katastrophe von Duisburg scheinen heute alle Gedanken zum Wochenende vorgegeben. Die Medien geben mit ihrer Berichterstattung die Schlagzahl für Umfang und Art vor. Man kann sich kaum noch den Meldungen entziehen. Jeden Tag erreichen uns neue Fakten, werden die Nachrichten von gestern noch einmal, von einer anderen Seite beleuchtet, veröffentlicht.

Natürlich ist es gut, notwendig und richtig, sich mit dem Leid der Opfer und deren Angehöriger zu solidarisieren. Natürlich ist es notwendig die Schuldfrage zu klären und Konsequenzen aus dem Desaster zu ziehen. Und natürlich ist es unausweichlich, aus dem Ganzen zu lernen.

Was aber bleibt von all dem übrig, was in den letzten Tagen an Schönem geschehen ist? Die vielen Wunder, bei der Geburt von gesunden Babys. Die geglückten Rettungsversuche von Polizei und Feuerwehr. Was bleibt übrig von den Momenten, wo Menschen eine positive Diagnose bekommen, Befürchtetes sich nicht bestätigt. Was bleibt übrig von den Momenten, wo sich zwei Menschen das JA-Wort geben oder wo 3 Millionen Menschen einen wunderbaren Tag auf der A40 erlebten.

Bei all dem, was tagtäglich negativ auf uns einstürmt und durch die Medien einen direkten Zugang in unser Wohnzimmer bekommt, findet auch das Andere statt, das Positive, das Zukunftsweisende das Glückliche.

Und Gott ist der, der beides begleitet. Der beiden Seiten zugewandt handelt. So lässt er sich heute erleben als der tröstende, der mitfühlende und helfende Gott. Ich erlebe ihn aber auch als den (mit mir) jubelnden Gott, der sich mit mir über die schönen Dinge des Lebens freut. Ich erlebe ihn als den, der trotz Schreckensbildern eine Perspektive für die Zukunft gibt.

Bei allem Unverständnis dafür, warum Gott vermeintlich in Duisburg nicht eingegriffen hat, bleibt die Hoffnung, dass er uns, trotzdem, oder jetzt erst recht begleitet und hilft.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine neue Woche, in der wir den Blick für Beides frei haben. Die Dinge, die uns nicht gefallen, um auch dort mitzufühlen und zu helfen, wie die Dinge, die einfach wunderbar sind. An denen wir uns erfreuen können. So kann Kraft für beides erlangt werden.

Manuel Bendig

031 Waldbrandgefahr

 

Dem ein oder anderen ist es inzwischen vielleicht bekannt, dass ich eine Vorliebe für Zitate habe. So ist es heute wieder mal ein Ausspruch eines Zeitgenossen, der mich zum Nachdenken bringt.

“Wir wollen aus der Dauer-Meckerecke heraus.”

Gesagt hat dies der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann gegenüber dem epd.

Die Meckerecke lässt mich nicht los. Ungeachtet dessen, in welchem Zusammenhang Graumann diesen Ausspruch von sich gegeben hat, ich glaube, dass nahezu jeder von uns in seiner eigenen Meckerecke sitzt.   

Es bedarf keines langen Nachdenkens und ich habe ruck zuck Situationen vor Augen, wo ich in jüngster Vergangenheit über Menschen, Gegenstände, Zustände oder Situationen gemeckert habe.

Dabei stelle ich fest, dass man das Meckern inzwischen ‘kultiviert’ hat. Entweder wir verstecken die Kritik hinter blumigen Worten oder umschreiben alles so gekonnt, dass das Gegenüber zwar genau weiß was gemeint ist, mich aber nicht als Dauer-Meckerer identifiziert. Kultivieren bedeutet leider auch, dass das Meckern in manchen Landstrichen einfach dazugehört. “So sind sie eben, die ...!”

Auf der anderen Seite wird mir klar, dass (mein) Meckern dazu beiträgt, dass positive Stimmungen in Beziehungen und Gruppen durch nur einen Satz in negative Stimmungen umkippen. Im Brief des Jakobus (3 Vers 5) wird das sehr deutlich formuliert: Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand.

Ein Grund wieder einmal darüber nachzudenken, was man wann, wo, wem, wie sagt.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der es uns gelingt aus unserer Dauer-Meckerecke herauszukommen und keine neuen Brände zu legen.

Manuel Bendig

030 God'S Brain

 

Der „Welt“-Autor Markus Somm will dem Phänomen des Glaubens auf den Grund gehen. Dazu hat er sich mit dem Anthropologen Lionel Tiger und dem Neurologen und Psychiater Michael Mc- Guire getroffen. Gemeinsam haben die beiden Wissenschaftler „God‘s Brain“ verfasst.

Warum glaubt der Mensch? Auf diese Frage wollen der Anthropologe und der Psychiater Antworten gefunden haben. In ihrem Buch „God‘s Brain“ erklären sie, warum Religion eine Beschäftigungstherapie für das Gehirn sein soll.

In der „Welt“ erklären sie: „Unser Hirn ist viel zu leistungsfähig. Wir benutzen nur einen Bruchteil seiner Kapazität. Das ist ein Problem. Die Religion kümmert sich darum.“ Religion löst Hierarchien auf. Im Laufe der Evolution habe sich das Hirn enorm entwickelt. Deshalb sei es nun nicht ausgelastet. Religion habe sich als eine der besten und wirksamsten Methoden erwiesen, dies auszugleichen. „Wer glaubt und betet, wer singt und beichtet, betreibt ‚brainsoothing‘“ ( Beruhigung für das Gehirn), heißt es in der „Welt".

Der Glaube an Gott und an ein Jenseits fülle die Leere. Es sei weniger die Angst vor dem Tod, die das Hirn plage, sondern die Fragen „Wozu?“ und „Was dann?“. Fast alle Religionen dieser Welt hätten drei Dinge gemeinsam: den Glauben, der offene Fragen schließe, die Gemeinschaft und das Ritual. „Alle drei - und das ist das Faszinierende an Tiger und McGuires Erkenntnissen - lösen im Hirn neurologische Effekte aus, die sich messen lassen. Menschen, die regelmäßig religiöse Rituale vollziehen, regen ihren Körper dazu an, im Hirn mehr Serotonin zu produzieren. Dieses Hormon macht den Menschen zufrieden und heiter“, schreibt Somm. (nach einem Artikel des Magazins ProKompakt)

Ob ein an Gott glaubender Christ die Entwicklung des Gehirns durch die Evolution eher eben diesem großartigen Gott zuordnet, ist eine Sache. Dass Wissenschaftler die Wirkung des Glaubens nun messen können, die andere. Allerdings ist es für einen glaubenden Menschen auch ohne die Hirnforschung kein Geheimnis, dass Glaube, also ein Leben mit der Gewissheit, dass Gott seine Hände über uns hält, sehr beruhigend auf das Leben wirkt.

Der Schöpfer wusste offensichtlich sehr genau, warum er schon immer die Nähe zu seinen Geschöpfen suchte. Aus Liebe zu, und zur Beruhigung für uns!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der wir beruhigt die Nähe Gottes erfahren! 

Manuel Bendig

029 Hervorragend

 

Was war das für eine Woche! Hohe Temperaturen begeistern und fordern die Menschen gleichermaßen; eine Nation fiebert mit ihren Fußballjungs vergeblich dem Finale entgegen; SPD und Grüne einigen sich in NRW auf eine Koalition.

Und was gab es von deiner Woche Herausragendes zu berichten? Nicht sehr viel? Eigentlich gar nichts?
Man mag es nicht glauben, aber die großen Tagesereignisse, die uns aus den Medien entgegensprudeln verleiten einen häufig dazu über die großartigen Dinge im eigenen Leben hinweg zu sehen.

- Natürlich, wir haben Temperaturen über 30° schon des Öfteren im Urlaub erlebt.
- Die WM 2010 ist mit dem Sommermärchen 2006 im eigenen Land nicht zu vergleichen.
- Zur Politik will man sich vor lauter Politikverdrossenheit schon gar nicht mehr äußern.

Aber was ist mit den Dingen in unserem täglichen Leben? Dem Beinaheunfall auf der A1, der gut verlaufenen Operation oder dem bemerkenswert guten Verhältnis mit den Nachbarn? Beim näheren Hinsehen und Hinhören, da bin ich mir ganz sicher, werden wir sie auch entdecken, unsere persönlich herausragende Woche.

Für den schönen Sommer sind wir nach dem langen Winter sicher dankbar, auch wenn das Schwitzen nicht immer so angenehm ist. Über die tollen Spiele der Fußballnationalmannschaft  konnten wir uns trotz des verloren gegangenen Halbfinalspiels begeistert freuen. Das die Politik in NRW, ob uns die Farben passen oder nicht, wieder zur Ruhe kommt, und nun andere Themen als politisches Gezänk den Alltag bestimmen, kann uns auch beruhigen.  

Warum sollten uns da nicht auch im persönlichen Leben die Ereignisse erfreuen, beruhigen und vor allem dankbar machen?

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der wir dankbar die herausragenden Ereignisse in unserem Leben neu wahrnehmen!

Manuel Bendig

028 Identität

 

General Conference Session! Alle fünf Jahre findet dieses adventistische Großereignis (Weltsynode der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten) statt. Hier wird gewählt, ausgestellt, beraten, Pläne gelegt und natürlich gibt es Andachten, viel Musik und Gottesdienste (s.a. www.adventisten.de). Fast von überall auf der Welt (dieses Mal ganz offiziell eine Delegation aus China) reisen die Menschen an den Ort des Geschehens. 2010 ist es Atlanta in den USA.

Aus den 13 Regionen (Weltdivisionen) werden mehr als 2.400 Delegierte die 17 Millionen getauften Glieder (25 Millionen mit Kindern und Jugendlichen) repräsentieren. An jedem der beiden Sabbate (26. Juni und 3. Juli) werden bis zu 60.000 Gläubige im Georgia World Congress Center erwartet.

Der Daheimgebliebene fragt sich vielleicht, was das mit ihm zu tun hat. Manch ein Gemeindeglied weiß z.B. nicht, dass wir seit einer Woche einen neuen Präsidenten (Ted Wilson) in der Generalkonferenz haben. Für andere ist die Generalkonferenz so weit weg – und das nicht nur geografisch – dass sie keinerlei Interesse an Berichten aus den USA haben.

Unser letzter Präsident, Jan Paulsen, hat während seiner Amtszeit immer wieder betont, dass die Einigkeit der weltweiten Kirche ein wichtiges Gut sei. Vielleicht fällt es uns leichter zu verstehen, was Paulsen meint, wenn wir das Wort Einheit durch Identifikation ersetzen.

Kirchenpolitisches Geschehen wie Wahlen, Finanzen und Pläne ist eins. Die Identifikation aber mit einer Kirche, also mit einem Zusammenschluss vieler Gruppen, Gemeinden und deren Einrichtungen, mit Menschen, ist das andere, was trägt. Ist das, was verbindet.

So gesehen ist es gut zu wissen, dass es da noch ein ‘paar’ Menschen mehr gibt, als nur uns. Menschen, die den selben Glauben teilen. Die die gemeinsame Begeisterung für den einen Herrn und Gott teilen. Die mit mir auf einer Wellenlänge liegen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der sie die Begeisterung für den persönlichen Glauben neu entdecken und sich dessen wieder einmal bewusst werden, dass wir damit nicht allein sind, sondern mit Millionen von Menschen rund um den Globus verbunden sind. Das stärkt Identifikation, Glauben und Hoffnung!

Manuel Bendig

027 Vuvuzela

Vuvuzela [vuvuˈzɛla] ist ein afrikanisches Blasinstrument, das inzwischen zum Symbol für den südafrikanischen Fußball geworden ist. Diese Trompete, deren Klang dem Trompeten eines Elefanten ähnelt macht einen ‘tierischen’ Lärm.

Inzwischen sind die Lärmtröten auch in Deutschland angekommen. Zwei einfallsreiche Kaufleute haben sich schon vor Monaten die Lizenzrechte gesichert und jüngst 5 Millionen Exemplare, die sie übrigens restlos unter die Leute gebracht haben, produzieren lassen. Alles natürlich termingerecht zur Fußball WM 2010.

Die Vuvuzela ist ein Ausdruck der Begeisterung und der Freude am Sport. Alles schön und gut, wenn die Dinger nicht so laut wären. Töne von bis zu 135 Dezibel (dB) kann man dem Gerät entlocken. Ein Geräuschpegel, den man sich einmal auf dem Trommelfell zergehen lassen muss. Ein Kampfflugzeug (in einer Entfernung von 100m) erreicht einen Wert von 110-140db, Ein Presslufthammer, oder die Musik in einer Diskothek (in einer Entfernung von 1m) bringt es auf 100dB. Gehörschäden treten bei kurzfristiger Einwirkung (am Ohr) bei 120 dB auf.

Dafür, dass dieses Blasinstrument, im Verhältnis zu der Lautstärke, relativ klein ist sprechen die dB-Werte eine deutliche Sprache. Alles ohne Verstärker ohne technische oder elektronische Hilfsmittel.

Im Zusammenleben von Menschen ist das häufig nicht anders. Ein kleiner Anstoß bringt eine immens große Wirkung hervor. Ein kleiner Satz und die Fronten sind ein Leben lang verhärtet. Ein kurzer Moment der fehlenden Beherrschung und ein Schlag, Stoß oder Tritt ist Auslöser für einen Krieg. Kleine Ursache, große Wirkung. Meist ist unsere Zunge das Instrument, das die Stimmung zum Überkochen bringt. Ein relativ kleiner, mit Schleimhaut überzogener Muskelkörper. Ein wichtiger Bestandteil der Sprachbildung.

Kaum haben wir sie nicht ‘im Griff’, entlockt sie unserem Innersten Geräusche, die vom dB-Wert nicht zwingend hoch sein müssen, dafür aber ungeahnte Folgen für die besitzen, gegen die die Geräusche gerichtet sind.

Ähnlich, wie die Vuvuzela, im Zusammenhang mit der WM-Begeisterung, nicht verboten wird, kann man die ‘Zunge’ schlecht verbieten. Was man aber (übrigens in beiden Fällen) tun kann, ist der gemäßigte und kontrollierte Gebrauch.  

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der die Begeisterung für die –hoffentlich- schönen uns spannenden Spiele gemeinsam genossen werden kann. Dem gleich können wir die Zeit für  einen kontrollierten und ‘lärmfreien’ Gebrauch unserer Zunge nutzen.

Manuel Bendig

026 Werbekampagne

Auf meinem Schreibtisch stehen und liegen sie zuhauf, die Werbeartikel der Pharmaindustrie. Kugelschreiber, Zettelboxen, Notizblöcke u.v.m. Nun, das kommt nicht von ungefähr. Durch meine Familie und Mitglieder meiner Gemeinden werde ich reichlich mit diesen hilfreichen Utensilien versorgt und bin sehr dankbar dafür.  

Natürlich haben die Werbeagenturen, die in ihren Kampagnen diese Artikel einsetzten in erster Linie nicht mich, den Otto Normalverbraucher als Zielperson ausgesucht. Wohl bemerkt nicht in erster Linie.  

Da liegen sie nun, all die kleinen Dinge, die den Alltag erleichtern. Und sie sind behaftet mit Werbeslogans und Produktnamen. Tagtäglich habe ich sie in der Hand. Tagtäglich lese ich – meist unbewusst – ihre Produktnamen.
Wenn ich aber gefragt werden würde, was Jan..., Tams... oder Herc... in meinem Leben bewirken könnte, wenn ich an einer, der Anwendung entsprechenden Krankheit leiden würde, ich wüsste es nicht.

Der Arzt, vorausgesetzt, er hat sich mit dem passenden Medikament befasst, müsste trotz der vielen Kugelschreiber und Notizblöcke die Entscheidung fällen, welches Präparat er verschreibt.

So ähnlich stell ich mir das auch mit meinem Werben für Jesus vor. Nur weil auf meiner Taufurkunde ‘Christ’ steht; nur weil ich, für jeden sichtbar, den Gottesdienst besuche; nur weil ich ... hilft einem anderen Menschen nicht weiter.

Paulus formuliert im 2. Korintherbrief 5:20, dass wir Botschafter Jesu sind. Also nicht die oben genannten Tatsachen werben für IHN, sondern die Tatsache, dass Er uns mit Gott versöhnt hat. Natürlich verschreibt ein Christ keinem Menschen den Glauben an Jesus Christus. Wohl aber stellt er ihn als das ‘Medikament’ schlecht hin vor. Weil er selbst überzeugt ist, dass dieser Glaube an die Versöhnung hilft, lindert und heilt.

Der ‘Patient’ ist derjenige, der letztendlich entscheidet, ob er das ‘Medikament’ auch einnimmt...!
 
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der wir uns neu der Versöhnung durch Jesus Christus bewusst werden und unser Leben eine Werbung für IHN ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger...!

Manuel Bendig

025 Rabatt für den Himmel...

Ein großer Elektromarkt wirbt im Vorfeld der Fußball-WM mit einer ‚sensationellen’ Aktion für seine Fernseher.

Je nach dem, wie weit die Deutsche Nationalmannschaft in der kurz bevorstehenden WM kommen wird, reduziert sich der Preis des vorher gekauften Gerätes.

Das Gerät wird 10% billiger, wenn das Deutsche Team ins Achtelfinale kommt. Und die Prozente steigern sich mit jeder weiteren Stufe, die ‚unsere Jungs’ in Südafrika erreichen. Das Erreichen des Finales schlägt hier mit einem 25%igen Preisrabatt zu Buche.

Das Mitfiebern lohnt sich aber erst so richtig, wenn Deutschland (endlich wieder) Weltmeister wird. Ganze 100%! Ermäßigung werden dann gewährt. Dann gibt’s den Fernseher kostenlos! Der Rabatt richtet sich also nicht nach meiner Leistung oder Vorgaben, die ich beeinflussen kann, sondern einzig und allein an der Leistung einer Gruppe von 23 Männern und deren Betreuern, die als Mannschaft nach Südafrika fliegen.

Gut, dass der Glaube an ein neues Reich Gottes nicht von der Leistung anderer abhängt. Etwa der Spendenbereitschaft meiner Gemeinde, der Beliebtheit meines Pastors oder einer X-beliebigen, vorher nicht einzuschätzenden Leistung einer sorgfältig verlesenen Gruppe von Christen. Sondern einzig und allein, ganz und gar, ausschließlich von dem Einen, der den ‚Rabatt’ mit seinem Tod bezahlt hat, Jesus Christus.

Nun gilt es für mich, übrigens genau wie bei der Werbung des Elektromarktes, das Angebot zu prüfen, und zu entscheiden, ob ich es annehme.

Mit dem kleinen, aber bedeutenden Unterschied: Für das Reich Gottes muss ich den Preis nicht im Voraus bezahlen um ihn dann im Erfolgsfall wieder anteilmäßig oder zu 100% erstattet zu bekommen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der wir – wie mancher Fußballfan – in freudiger Erwartung auf das Finale warten. Zugegeben, das himmlische Finale wird für die Ergebnisorientierten nicht ganz so spannend, da der Sieger ja bereits feststeht. Aber den ‘Pokal’, bekommen alle, die auf das Finale warten! Und das Finale wird einmalig sein!

Manuel Bendig

024 Stell dir einmal vor...

Stell dir einmal vor, du gehst zum Gottesdienst. Wie jedes Jahr treffen an diesem Sabbat viele Menschen in deiner Gemeinde ein, die teilweise von weither angereist sind. Und weil dieser Gottesdienst traditionell etwas Besonderes ist, ist der Gemeindesaal so richtig voll. Alle Stühle, die es im Haus gib, hat man bereitgestellt. Doch die Gottesdienstbesucher finden nicht ausreichend Platz. Viele stehen. Einige haben sich entschieden das Angebot der Videoübertragung im Erdgeschoss zu nutzen.

Der Gottesdienst verläuft wie erwartet. Gebete, Lieder und Psalmen werden vorgetragen. Die Festgemeinde geniest diesen besonderen Gottesdienst – wie jedes Jahr!

Da tritt Bruder P. ans Mikrofon. Anfangs etwas unsicher. Mit jedem Satz aber spürt man, dass die Botschaft von Jesus Christus, dem Evangelium ihn gepackt hat. Man spürt, dass Bruder P. mit jedem Wort an Sicherheit gewinnt. Und plötzlich sind alle Erwartungen an den Gottesdienst, alle Traditionen in den Hintergrund getreten. Da predigt einer, von dem man sonst eher nicht erwartet, dass er das Wort vor so vielen Menschen ergreift.
Und er spricht von dem Einen, von Jesus Christus. Von seinem Leben. Von seinem Leiden. Von seinem Tod. Und er spricht von seiner Auferstehung. Alles im Grundsatz bekannte Fakten. Aber so im Zusammenhang vorgetragen ergibt es ein Ganzes.

Die Gottesdienstbesucher hören den ergreifenden Worten zu. Sie spüren, wie die Worte von Bruder P. sie packen und in ihrem persönlichen Leben treffen und abholen. Nach einer langen, sehr langen Predigt, die den Zuhörern eher als kurzweilige Verkündigung vorkam, spürt man, die angespannte Ruhe. Man kann die knisternde Spannung spüren. Denn da hat einer das Evangelium in seiner ganzen Breite, in seiner vollen Bedeutung vorgetragen. In seinem Reden hat man gespürt, dass er das gepredigte glaubt und daraus Kraft und Lebenssinn gewinnt.

Mit dem Amen am Ende der Predigt scheint der Knoten zu reißen, der Korken heraus zu platzen, sich alle Schleusen zu öffnen. Und die Menschen stellen fest, dass sie gemeint sind. Dass Bruder P. in ihr Leben, in ihre Lebenssituation hinein gesprochen hat. Sie merken, dass er sie verstanden hat. Er hat ihre Nöte, Vorbehalte und Grenzen angesprochen. Er hat genau die Sprache gefunden, die jeder Einzelne in dem Moment der Predigt verstanden hat.

Und als Folge entscheiden sich die Gottesdienstbesucher (neu) diesem verkündeten Jesus ganz und gar nachzufolgen. Ohne Wenn und Aber. Mit allem was sie sind und haben.
Der Ruck, der durch das Haus geht, ist zu spüren. Der Aufbruch ist unaufhaltsam...

Schnipp! Schnipp! Aufwachen, lieber Leser! Es ist Pfingsten. Ein langes Wochenende mit einer sehr positiven Wettervorhersage!

Von den wenigen Menschen, die von Schwärmerei und Show sprechen einmal abgesehen - die scheint es immer und überall zu geben - erscheint dieses Ereignis vor nahezu 2.000 Jahren seinen Reiz nicht verloren zu haben. Woran liegt das?

Der Geist Gottes wirkte seinerzeit! Aber eben nicht nur damals. Er will auch heute, nicht weil gerade Pfingsten ist, sondern jeden Tag und an jedem Menschen wirken...

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der wir uns dessen neu bewusst sind, dass der Geist Gottes wirkt – wir müssen es nur zulassen.

Manuel Bendig

023 Vergiss nicht

Meine Frau stöbert gern in den Auslagen von Postkarten. Das sind meist diese Drahtgestelle, die z.B. vor Buchläden stehen. Ich habe sie bisher nie gefragt, wonach sie sucht, welche Karten ihr warum ins Auge springen und die sie dann letztendlich auch kauft.

Es sind meist Karten, die ein traumhaft schönes Bild zeigen. Oder aber es sind Karten mit aussagekräftigen Bildern, die für ihren Kommentar ohne Worte auskommen. Dann gibt es noch lustige Karten oder aber es sind die Karten, die wohl zu den Favoriten meiner Frau gehören. Ein schön gestaltetes Foto mit einem Text. Mal es Sprichwort, mal ein Zitat oder einfach ein Sinnspruch.

Die letzte Karte, die sie in unserer Wohnung platziert hat trägt den Spruch: “Vergiss nicht, man braucht nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen.” Jeden Tag fällt mir diese Karte auf. Und dennoch stehe ich in der Gefahr mich um mehr zu bemühen, als ich habe. Meine Mutter pflegte, wenn wir Kinder etwas haben wollten, das alte Sprichwort zu zitieren: “Je mehr er hat, je mehr er will, nie stehen seine Wünsche still!” Genau genommen ist es das, was uns antreibt. Der Wunsch nach mehr. Mehr von dem, was wir schon haben. Oder etwas, von dem wir meinen, dass es uns noch fehlen würde. Und natürlich auch noch all das, was wir bei unserem Nachbarn, Kollegen oder Freund sehen und u ns in unserer Sammlung noch fehlt.

Wenn wir bei dem Wunsch etwas zu besitzen oder zu bekommen uns den Spruch der Postkarte vor Augen halten und dankbar auf das schauen, was wir bereits haben, könnte es sein, dass wir das Glück neu entdecken, das uns bereits vergönnt ist. Und wo es Situationen gibt, in denen wir von einem glücklichen Leben nichts fühlen, darf sich jeder an das erinnern, was er schon erhalten hat.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der wir uns neu auf das glückliche Leben besinnen, das uns geschenkt wurde.

Manuel Bendig

022 Wundertüte

“Der christliche Glaube ist keine ‚Wundertüte‘, aus der sich jederzeit Komplettlösungen für drängende Probleme unserer Zeit zaubern lassen.” Ein Zitat von Wolfgang Schäuble, dass ich kürzlich in einem Medienmagazin fand.

An Wundertüten kann ich mich noch gut aus der Zeit meiner Kindheit erinnern. Zum Preis von 10 Pfennig konnte man sie am Kiosk im Spielwarengeschäft oder im Laden neben den Zeitschriften kaufen.

Von außen betrachtet konnte man keine Rückschlüsse auf den Inhalt ziehen. Nur eines war sicher: Jeder Tüte war eine Handvoll Puffmais beigefügt. Puffmais, das waren die kleinen meist ovalförmigen ‘Körner’ in unterschiedlichen Farben gefärbt, sehr süß und ansonsten geschmacksneutral. Konnte man 20 Pfennig ausgeben, dann gab es eine Riesen-Wundertüte. Sie war im Verhältnis zu meiner damaligen Körpergröße wirklich riesig groß. Als Inhalt konnte man zwei Hände voll Puffmais und ein Spielzeug erwarten. Für den modernen Zeitgenossen könnte man die Wundertüte als Vorboten vom Überraschungsei sehen.

Dass der Glaube an den Gott und Schöpfer Himmels und er Erden; die Erlösung der Menschheit durch den Tod Jesu Christi am Kreuz, dem Vergleich der Wundertüte nicht standhält, ist offensichtlic

  • Während der Inhalt der jeweiligen Tüte auf der Rückseite nicht näher beschrieben wird, beschreibt die Bibel deutlich, und für jeden verständlich den Weg Gottes mit den Menschen.
  • Während die Wundertüte offen lässt, ja ihren ganzen Charme auf das Wundern legt, das der Käufer beim Öffnen an den Tag legt, darf sich der Mensch darüber wundern, dass Gott seine Zusagen hält, obwohl ihn der Mensch immer wieder enttäuscht.
  • Während die Wundertüte gefüllt ist mit eher wertlosem, kurzlebigen Dingen, sind die Lösungen, die Gott für unser Leben ermöglicht hat zeitlos, ewig gültig und von unschätzbarem Wert.

Weil Gottes Zusagen an uns Menschen soviel größer und umfassender sind, als all unsere Probleme, bedarf es auch keiner ‘Zauberei’, wohl aber des Glaubens.

Der Preis für den Glauben ist (m)ein Ja zu ihm und seinem Weg mit uns Menschen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der die Wunder Gottes im täglichen Leben offenbar werden.

Manuel Bendig

021 Marke Mensch

Die Schlagzeile des Tages: Die Internet-Suchmaschine Google ist die wertvollste Marke der Welt.

Die Marktforschungsgruppe Millward Brown bezifferte den Markenwert des Unternehmens auf 114 Milliarden Dollar. Auf den Plätzen zwei und drei der Top-100-Liste folgen der Technologiekonzern IBM und der Computerhersteller Apple mit 86 und 83 Milliarden Euro.

Wohlgemerkt, es geht hier nur um den Wert der Marke, des Namens. Ungeachtet der Werte, die hinter den Namen stehen, wird die Marke bewertet. Also egal, ob die Aktienkurse von Google, IBM, Apple und Co steigen oder sinken. Allein der Markenwert wird hier benannt. 

Gibt man sich einmal die Mühe und recherchiert im Internet nach den Kriterien, die für den Wert einer Marke entscheidend sind, so stellt man ganz schnell fest, dass es da eine Vielzahl von Modellen gibt. So kann z.B. die Marke eines weltbekannten Getränkeherstellers durch die unterschiedlichen Modelle mit 0,2 bis 64 Milliarden Dollar beziffert werden.

Und schon denke ich über den Wert meiner Marke nach. Was ist meine Marke? Ist es der Vorname, dann teile ich ihn mit zig Millionen von Menschen auf dem Globus. Ist es der Zuname, dann sind es immer noch einige tausend Menschen, die gemeint sein können. Selbst in der Kombination von Vor- und Zunamen bin ich kein Unikat.

Gott hat allein meinen Fingerabdruck und meine DNA als Unikat geschaffen. Aber was sind die wert?

Für die Ermittlung unseres Wertes gibt es nur ein Modell. Und das kann jeder, ob klein ob groß, ob arm oder reich, ob einfach oder hoch gebildet ‚berechnen’. Jeder ist gleich viel wert. Und wenn du fragst, wie viel es denn sei, dann lässt sich das nur mit einem Wort beschreiben: unbezahlbar!

Egal was du tust, egal was du kannst, egal was du meinst: Durch die Tatsache, dass alle Menschen von Gott als ein Unikat geschaffen sind, sind wir unendlich wertvoll.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der uns der Wert der ‚Marke’ Mensch bewusst ist und wir danach handeln. Denn jeder Mensch, der uns begegnet, ist in seinem Wert ein unbezahlbares Geschöpf Gottes, wirklich jeder!

Manuel Bendig

020 - Dreifinger-Gedanken

Auf der Titelseite meiner Tageszeitung erwartete mich heute keine Schlagzeile im eigentlichen Sinn. Es war ein Foto. Rechteckig ist es, das Foto, es erinnert an das Format eines Flachbildfernseher 16:9. Der Hintergrund des Bildes ist schwarz. Auf der linken Seite sieht man Bischof Mixa in einer sehr nachdenklichen Pose.

Bis hierher kann man, wenn man die Tagesereignisse der letzten Woche mitverfolgt hat, verstehen, dass es um den Rücktritt des Bischofs wegen gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Gewalt gegen Schutzbefohlene geht und keiner Schlagzeile bedarf.

Auf der rechten Seite steht dann ein Text in weißen Lettern: “Warum die Katholiken aufatmen - ...Rücktritt ermöglicht einen Neustart”.

Menschen atmen auf, wenn in einer Krise ein Schuldiger gefunden wurde. Wenn es einen Namen gibt, dem man die Krise anheften kann. Hat eine Problem einen Namen, dann kann man es begrenzen, bestrafen und zu den Akten legen. Dann kann man endlich wieder aufatmen.

So fällt es uns Menschen leichter, die Kraft des Vergessens oder manchmal sogar des Verdrängens zu nutzen.

Ein Problem oder eine Krise hat, wie alles im Leben aber mindestens zwei Seiten. Und die zweite Seite heißt in diesem Fall, dass es in unserer Gesellschaft offensichtlich unzählige Fälle von Missbrauch und Gewalt in ganz unterschiedlicher Form an vielen Orten gab und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch gibt.

Bevor wir also in der Gefahr stehen, ein Problem mit einem Namen zu belegen, was nichts anderes heißt, als mit dem Finger auf ihn zu zeigen, sollten wir uns dessen bewusst sein, dass wir in dem Moment, wo wir mit einem Finger auf einen anderen Menschen zeigen,  drei mit Finger auf uns selbst weisen.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine Woche, in der du selbstkritisch mit dir, und barmherzig mit deinem Gegenüber leben kannst.

019 Top-Hoppel

DSDS, Germany’s next Topmodel,  Unser Star für Oslo – Titel, die dem geneigten Fernsehzuschauer ein Begriff sein werden.

Nun gibt es, zwar nicht im Fernsehen,  den Wettbewerb: Eine Nation sucht ihren Top-Hoppel

Altena. Wer wird Germanys next Top-Hoppel? Kaninchenzüchter aus dem gesamten Bundesgebiet stimmen aktuell über 24 heiße Kandidaten um den Titel für die beliebteste Zuchtrasse 2010 ab. Quelle: www.derwesten.de

Stell dir vor, diese Serienwettbewerbe nehmen sich auch anderer Volksgruppen an! Und irgendwann heißt die Serie dann: Deutschland sucht den Superchristen.

Bleiben wir einmal bei diesem Gedanken. Unweigerlich stellen sich mir Fragen wie: wer wird in der Jury sitzen?, welche Aufgaben müssen erfüllt werden?, welcher Preis winkt am Ende?, und überhaupt, gibt es da mehrere Staffeln? Oder die wichtigste Frage, wie komme ich durchs Casting?
 
Gut, dass es bei Gott solche Wettbewerbe nicht gibt. Gut dass er die Kriterien für den Sieg festgelegt hat und gleichzeitig für uns für den Sieg gesorgt hat.
 
Für mich ist es aber auch enorm wichtig, dass ich keine Angst vor einer Jury haben muss, die mehr oder weniger nach persönlichen Gesichtspunkten urteilt. (Übrigens gibt es auch keinen Menschen, der dieser Jury angehören könnte)

Wie gut, dass es bei Gott gerecht und gnädig zugeht!
Wie gut, dass Gott uns kennt und trotzdem liebt!
Wie gut, dass Gott den Sieg für uns schon erkämpft hat!
 
In diesem Sinne wünsche ich dir eine Woche, in der du dein ‚Casting’ bei Gott (erneut) fest machst, wo du seinen Sieg für dich durch dein bewusstes JA in Anspruch nimmst!

018 "Schau mir in die Augen...!"

Heutzutage wird ja fast jede Entscheidung, jeder menschliche Idee oder Regung durch Studien erforscht. So auch unlängst die Frage: Welchen Einfluss hat die technikgestützte Kommunikation auf unsere Beziehungen und unsere
Art, uns mit anderen auszutauschen?
Untersucht wurde die Gesprächskultur in Deutschland. Das Ergebnis des Instituts für Demoskopie in Allensbach ist natürlich nicht auf die wenigen Zeilen des Infos zum Sabbat zu reduzieren.

Aber ich finde es interessant festzustellen, dass 71% der unter-30-Jährigen im Internet chatten, 59% auf diesem Weg Kontakte knüpfen. Rund die Hälfte der Jugendlichen ist der Ansicht, dass ein gutes Gespräch auch im Internet geführt werden kann. Sehr bemerkenswert ist, dass jeder dritte Jugendliche froh darüber ist, dass man bei der Kommunikation im Internet den anderen nicht sehen muss.

Das Leben im Umfeld einer Gemeinde, und hier macht das Alter keinen Unterschied aus, hat seine Höhepunkte stets in der Begegnung. Egal, ob es ich um einen Gottesdienst, ein Konzert oder eine Gruppenstunde von Jugendlichen oder Kindern handelt. Das Gegenüber ist gefragt.

Jesus selbst hat seine Kirche mit dem Ziel aufgebaut, dass die Menschen miteinander in Beziehung treten. Bereits auf den ersten Seiten der Bibel hat Gott in der Schöpfung klargemacht, dass es nicht gut ist, wenn der Mensch (Adam) allein ist.

Und Gott selbst will, wenn auch vorerst nicht Auge in Auge, mit uns in einem ständigen Kontakt stehen. Durch seinen Sohn Jesus Christus hat er es uns gezeigt, dass durch den Kontakt zu IHM alles möglich ist.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine ‘kontaktreiche’ neue Woche!

017 Spätling

Die fünfte Jahreszeit ist im Rheinland ja, wie allgemein bekannt, die Karnevalszeit. Heute las ich in der Zeitung allerdings von einem Konkurrenzanwärter für diese Jahreszeit. Es ist der ‘Spätling’. In einer Karikatur belehrte allerdings der Vater das Kind, dass der Frühling zwar spät dran sei, aber immer noch Frühling heißen würde.

Bei einer flüchtigen Begegnung im Treppenhaus hörte ich auch von der Klage, dass es nun zwar etwas wärmer ist, aber der Regen und das trübe Wetter einfach nicht mehr auszuhalten sei.

Der regelmäßige Leser des Infos zum Sabbat weiß natürlich, dass mich solche kurzen Begegnungen und Informationsschnipsel schnell weiter treiben. So auch der “Spätling”!
Mancher sagt: “Lieber spät, als gar nicht!” Andere sind schon mit den etwas milderen Temperaturen zufrieden. Eine weitere Gruppe kritisiert das Wetter, wo sie nur kann.

Zugegeben, Sonne und so um die 20° könnten mir auch gefallen. Sich mal wieder draußen aufhalten und keine Jacke tragen müssen, das wär’s!

Die Tatsache aber, dass man in anderen Ländern sich ganz anderer Themen bezüglich des Wetters widmen muss, lässt mich allerdings innehalten. Ob ich mich dann zu denen geselle, die lieber einen späten Frühling genießen, oder zu denen, die schon mal mit den milden Temperaturen zufrieden sind, weiß ich nicht.

Aber dankbar möchte ich in die kommende Woche schauen. Dankbar, dass wir uns immer noch in der Lage befinden, das Wetter mit unserer Kleidung auszugleichen. Andere haben diese Möglichkeit  nicht.
Und das Versprechen Gottes aus 1. Mose 8:22 möchte ich mir wieder einmal dankbar vor Augen halten. Ist es doch die Zusage, dass Gott der Herr uns und seiner Schöpfung alle Voraussetzungen gibt, um dankbar nach vorn zu schauen.  

Auch, wenn es Länder und Menschen gibt, die unter den Verhältnissen, die die Natur mit sich bringt, leiden. Auch wenn aus einen Frühling mal ein ‘Spätling’ werden kann.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine Woche, in der wir dankbar die Wunder des Frühlings wahrnehmen können. Aber es soll auch eine Woche sein, in der wir unserer Dankbarkeit durch die Hilfe derer Ausdruck verleihen, die sich nicht nur über den ‘Spätling’ ärgern, sondern in ernsthafter Not befinden.

016 entschleunigen

In der vergangenen Woche hatte ich vom ‘Ausmisten’ meines Bücherregals berichtet. Bei der ganzen Aktion ist mir ein Buch in die Hände gefallen, das ich vor einigen Jahren von einem Freund geschenkt bekommen habe. Es handelt sich um den Roman Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Nadolny.

Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem Werk um einen Seefahrerroman. Über das Abenteuer und die Sehnsucht des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin. Auf den zweiten Blick aber entpuppt sich das Ganze zu einer Studie über die Zeit. Es geht um die Langsamkeit als Kunst dem Rhythmus des Lebens Sinn zu verleihen.

Hast du es schon mal versucht, in unserer schnelllebigen Zeit einen Gang zurück zu schalten? Hast du schon einmal den Anlauf genommen, nicht zu hetzten, dich nicht von dem Sog der Schnelllebigkeit gefangen nehmen zu lassen?

Du sagt, dass das nicht geht? Hast du es auch versucht?

In dieser Woche habe ich damit begonnen – und in der Tat ist das ein schwieriges Unterfangen – beim Autofahren gelassener, und damit automatisch langsamer zu werden. Was nicht bedeutet, dass ich nur noch mit Tempo 30 durch die Stadt krieche.
Vielmehr ist es der Versuch gelassener auf eine gerade auf rot springender Ampel zu reagieren. Es ist der Versuch, dem Autofahrer vor mir, der den grünen Pfeil an der Ampel übersieht, nicht mit einem Hupkonzert auf die Sprünge zu helfen. Oder es ist die Geste, einem anderen Vorfahrt zu gewähren, obwohl ich auf der vorfahrtsberechtigten Straße unterwegs bin.

Wie gesagt, es ist ein Versuch. Aber die Gelassenheit, die bereits aus den paar Tagen daraus entwachsen ist, hilft sicherlich nicht nur meinem Blutdruck.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine ‘entschleunigte’ neue Woche!

015 Lebensregal

Ab und zu stehe ich vor meinem Bücherregal und frage mich, ob ich nicht mal wieder ‘ausmisten’ sollte. So stand ich auch kürzlich wieder vor dem Regal. Diesmal vor dem Regal mit den CD’s. 50% der CD’s sind Audio-CD’s - Musik oder Hörbücher. Die anderen 50% beinhalten Software oder Daten, die ich vor einiger Zeit gesichert habe.

Musik und Hörbücher werden erst einmal nicht ausgemistet! Also fing ich an die anderen CD’s zu sichten. Auf die einen Seite legte ich die CD’s, die ich ungesehen entsorgen konnte. Da gab es Software aus dem Jahr 1999! - die konnte ich ohnehin nicht mehr verwenden. Oder Software, von der es inzwischen schon zwei oder drei neue Versionen gibt, die natürlich auch noch im Regal stehen.

Auf die andere Seite legte ich die CD’s, von denen ich aufgrund der Beschriftung nicht genau erkennen konnte, welche Daten sich auf der CD befinden. Und dieser Stapel wurde immer größer. Wohl ein Grund, warum die CD’s schon so lange im Regal schlummern. Und da erinnerte ich mich daran, dass ich sie schon des Öfteren in der Hand hatte und das Überprüfen immer auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hatte.

Mit unserem Leben ist das nicht viel anders! Da sammeln wir auch so manches, was irgendwo in der Ecke schlummert. Mal sind es Erinnerungen, mal Eindrücke, manchmal Vorurteile oder unbestätigte oder gar unreflektierte Überzeugungen. Wir leben mit ihnen, genau wie ich täglich mit meinem Bücherregal lebe. Alles wird uns so geläufig, steht am gewohnten Platz und fällt überhaupt nicht auf.

Spätestens, wenn wir die Bereiche mal ‘in die Hand nehmen’, merken wir, was da alles so dran hängt. Wir merken, dass sich da einiges längst erübrigt hat, Vorurteile sich beim genauen Überprüfen als falsch erwiesen haben und eigentlich in die Tonne gehören. Wir merken, dass Eindrücke aufgrund neuer Erlebnisse relativiert werden müssen.
Vielleicht fällt dir noch viel mehr ein, was so in einem Regal des Lebens vor sich herschlummert.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine neue Woche, in der wir uns etwas Zeit nehmen, um die Dinge, die in unserem Lebensregal nichts zu suchen haben, zu entsorgen.

014 'versprochen'!

So enden häufig Sätze, mit denen wir eine Aussage bekräftigen oder verdeutlichen, dass unser Gegenüber sich auf das vorher Gesagte verlassen kann.
Nicht selten kann man sein  ‘versprochen’ aus ganz unterschiedlichen und verständlichen Gründen nicht einhalten. Wir geben uns die größte Mühe um noch etwas zu regeln, ‘die Kuh vom Eis zu holen’. Aber vergeblich. Und so bleibt uns nur die letzte Möglichkeit. Wir müssen unser ‘versprochen’ zurücknehmen.

Wenn ich heute aus dem Fenster schaue, dann strahlt mir der blaue Himmel entgegen. Als ich gestern vor dem Haus auf einen Freund wartete, fielen meine Blicke in den Vorgarten. Die Schneeglöckchen steckten ihr kleinen Köpfe, scheinbar noch sehr vorsichtig, aus der Erde. Die ersten Ansätze von Knospen sind an den Sträuchern unverkennbar auszumachen.

Wieder einmal zeigt sich, dass Gott sein ‘versprochen’ nicht zurückgenommen hat. Wieder einmal zeigt sich, dass seine große Verheißung aus 1. Mose 8:22 “Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.” noch immer Bestand hat.

Ein großartiger Gott! Ein Gott, der trotz der Tatsache, dass wir unser ‘versprochen’, das wir anderen und auch ihm gegenüber unzählige Male zurückgenommen haben, zu seinem Wort steht. Da bekommt der Begriff Frühlingsgefühl plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Der Frühling stärkt das Gefühl, dass ich mich auf IHN verlassen kann, und zwar 100%, immer!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern, dass sie eine neue Woche erleben, die ihnen das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen vermittelt, weil ER treu ist. Eine Woche, die uns neu die Bedeutung dessen vor Augen hält, dass ER zu seinem Wort steht.

013 Schlaglöcher

Die Schneedecke verschwindet langsam aber sicher. Vorgestern erst fuhr durch unsere Straße ein Schneepflug, der die ‘Reste’ des festgefahren und nun an getauten Schnees zur Seite schob.
Das sich nun zeigende Bild lässt einen unschwer erkennen, welche Kräfte durch Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit frei werden. Eine Autofahrt wird in weiten Teilen der Stadt durch die Schlaglöcher erschwert und entwickelt sich zu einer reinen Slalomfahrt.

Der Schnee hat die Veränderung des Asphalt  durch seine geschlossene Schneedecke versteckt. Doch nun kommt das ganze Ausmaß der Zerstörung zum Vorschein.

Mich erinnert das daran, dass in meinem Leben es auch Situationen gibt, in denen ich mir des Ausmaßes von Negativem Wirken nicht bewusst bin, ich den Einfluss gar nicht wahrnehme. Und dann plötzlich wird es mir klar, was sich da entwickelt hat.

Das sind manchmal die Beziehungen zwischen Menschen, wo einem Wort das andere folgt und ich mir erst viel später dessen bewusst werde, dass ich falsch verstanden habe oder falsch verstanden wurde.

Das sind manchmal ganz alltägliche Entscheidungen, die ich spontan und vielleicht auch leichtfertig getroffen habe, von deren folgen ich plötzlich überrollt werde.

Das sind manchmal ...!

Wie gut, dass Gott uns kennt und genau weiß, wie, und warum wir wie ticken! Gut, dass er aus unserem Schlamassel immer wieder etwas Sinnvolles und Gutes machen kann.
Vor allem aber tut es mir gut, dass er es nicht nur kann, sondern auch tut!

So gesehen tritt er in unser Leben und repariert unsere Schlaglöcher!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine Woche, in der wir uns dessen bewusst sind, dass ER unser Herr ist, der uns kennt, liebt, führt und unser Leben in seinen Händen hält.

012 Leben in der Krise

Immer wenn ich frisch aus dem Urlaub zurück bin, hole ich irgendwie automatisch die wichtigsten Nachrichten auf. Ich lese Zeitung, höre regelmäßig Nachrichten und vor allem, komme mit Menschen ins Gespräch. Nicht selten fragt mich meine Mutter, wie ich die ein oder andere politische Entwicklung sehe oder einordne.

Wenn ich mir dann die letzen 14 Tage so ansehe, und nur die Schlagzeilen zusammentrage, dann sind es neben den vielen weltweiten Katastrophen die sozialen, die zwischenmenschlichen Missstände, die einem ins Auge springen.

Menschen ohne Obdach kämpfen gegen die Kälte, während andere sich vor einem Opernball den Kopf zermartern, welches Kleid sie tragen sollten.
Menschen, die von Hartz IV abhängig sind, freuen sich über ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, da eine bessere Versorgung in Aussicht steht, während führende Politiker von der Einladung zu einer spätrömischen Dekadenz sprechen.

Diese Liste ließe sich endlos weiterführen. Die Frage meiner Mutter geht mir aber nicht aus dem Sinn. Wenn sie mich fragt, wie ich das alles einordne, dann bleibt jedes Mal irgendwie etwas übrig. Ein fader Beigeschmack.

Kritisiere ich alles nur, oder suche ich auch nach Wegen sozialverträglich und einfach nur menschlich für andere zu denken und zu leben.
Verweise ich auf die Aussagen der Bibel, dass die letzte Zeit eine schlimme und teure Zeit sein wird, oder verhalte ich mich auch nach dem Vorbild Jesu, der dort, wo er lebte sich für die Menschen eingesetzt und stark gemacht hat.
 
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche des Nachdenkens über das eigene Leben. Vielleicht findet der ein oder andere von uns einen Weg, seiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen.

011 Laptop und Lederhose war gestern

Seit einigen Jahren bin ich ein begeisterter Nutzer des angebissenen Apfels!
Seit zwei, drei Tagen geht die neuste Errungenschaft aus dem Hause Apple durch die Presse.
Steven Jobs hat in San Francisco den iPad vorgestellt.

Dazu gab es in meiner heutigen Zeitungsausgabe eine Karikatur von Nel (Ioan Cozacu)

Die Aussage der Karikatur hat mich beim ersten Hinsehen zu einem spontanen Lachen verleitet. Der Zweite Gedanke lässt mich nun aber nicht mehr los. Unabhängig davon, ob ein iPad sinnvoll ist, ob man solch ein Gerät benötigt, oder ob es sich hierbei einfach nur um ein Luxusartikel handelt, der das Leben angenehmer macht.

‘Laptop und Lederhose war gestern”, der Satz lässt mich aufhorchen und in meinen Gedanken verharren. Was gibt es da nicht alles in meinem Leben, das ich verändert – abgeschafft und/oder erneuert habe? Die Welt um uns herum schafft immer wieder neue Dinge und Möglichkeiten etwas zu verändern. Manchmal handelt es sich um eine Revolution, manchmal dreht es sich nur um kaum wahrzunehmende Feinheiten.

Gott hat mit der Geburt Jesu die Welt nachhaltig revolutioniert. Jesu hat durch sein Leben und Wirken die Welt auf den Kopf gestellt. Sein Angebot war nicht nur für eine Saison einen begrenzten Zeitraum revolutionär. Es ist nachhaltig, von Dauer, und nicht veränderungs- oder verbesserungswürdig, da es einmalig ist und bleibt.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche des Nachdenkens über das einmalige, revolutionäre und stets ‘moderne’ Angebot des Himmels für uns!

010 Denk mal!

Bei der Suche im Internet fand ich ganz nebenbei, wie dass ja häufiger der Fall ist, zu einem Stichwort eine Reihe von Denkspielen, die mit meinem gesuchten Thema so rein gar nichts zu tun hatten.

Eine Aufgabe möchte ich heute gern ins Spiel bringen.

Hier die Aufgabe: Du befindest dich in einem Raum mit drei Lichtschaltern, die du beliebig betätigen darfst. Die Lampe im Nebenraum ist ausgeschaltet. Einer der Lichtschalter kann sie zum Leuchten bringen. Aber welcher? Die Tür zum Raum mit der Lampe ist so geschlossen, dass du von außen nicht erkennen kannst, ob die Lampe leuchtet. Und du darfst nur ein einziges Mal nachschauen.

Wie findest du heraus, welcher Schalter für die Lampe im Nebenraum betätigt werden muss?

Der menschliche Geist ist ja zu sehr großen Leistungen fähig. Solche Denkspiele verdeutlichen das immer wieder. Mehr noch: Wir finden für ein Problem häufig mehr als eine Lösung. Selbst wenn wir Lösungen gefunden haben, gelingt es uns häufig neue und optimalere Lösungen für ein Problem zu finden.

Bei einem Problem allerdings ist es dem Menschen bisher – und es wird auch zukünftig nicht gelingen – nicht gelungen, eine Lösung zu finden. Die Trennung zwischen Gott und den Menschen, die durch den sogenannten Sündenfall entstanden ist.

Die Vorgabe, ähnlich der o.g. Aufgabenstellung ist klar und eindeutig. Trennung, oder anders ausgedrückt, Sünde, kann nur durch unschuldiges Blut überwunden werden.

Einfach großartig, liebevoll und menschenfreundlich ist Gott! Er löst selbst die für uns unlösbare Aufgabe. Mehr noch, er stellt alle notwendigen Lösungen selbst zur Verfügung! Das würde, auf unsere Lampenaufgabe bezogen, bedeuten, dass die Lösung direkt unter der Aufgabe stehen müsste. (Um den Unterschied zu verdeutlichen, wird sie aber erst in der nächsten Woche mitgeteilt)

In diesem Sinne wünsche ich allen eine neue Woche, in der uns neu die Tragweite und Bedeutung der Lösung Gottes – das Opfer seines Sohnes Jesus Christus - für unser Lebensproblem bewusst wird. Nebenbei wünsche ich viel Spaß und Erfolg bei der Lösungsfindung!   Manuel Bendig

009 ‘Friedhofsruhe’ und Kinderlachen

Tief Daisy war des einen Leid, des anderen Freud! Während im Norden und im Süden der Republik die Menschen gegen die Schneemassen kämpften, genossen wir im Westen den Schnee. Zugegeben, auch auf unseren Straßen herrschte hier und da da Chaos, aber sonst gab es kein großes Klagen über ein Schneechaos.

Mit meiner Frau habe ich mich dann auch zu einen Spaziergang aufgemacht. Bei uns ‘gleich um die Ecke’ liegt der Hauptfriedhof von Dortmund. Da ich ihn bisher noch nicht aus dienstlichen Gründen aufsuchen musste, war uns nicht bekannt, was einen hinter den Friedhofsmauern erwartet.

Schon beim Durchschreiten des Hauptportals fiel uns die Weite auf. Groß angelegte Grünflächen (jetzt natürlich weiß), viele Hinweistafeln zur heimischen Pflanzen- und Tierwelt und kleine Oasen, an denen man sich zurückziehen, oder einfach die Natur genießen kann. Die Überraschung wurde dann perfekt, als wir an einem kleinen Hügel Familien sahen, die (erlaubter Weise) den Abhang mit ihren Schlitten befuhren.

Welch ein faszinierendes Zusammenspiel von Leben und Tod! Neben der ‘Friedhofsruhe’ Kinderlachen und Familienfreude.

Wie schön, wär’s, wenn uns dies auch in unserem Leben gelingt. Wenn wir das ‘Negative’ neben das ‘Normale’ stellen könnten und beides so in den Alltag wirken lassen. Dann würde das ‘Negative’, das Traurige an Gewicht verlieren und das ‘Normale’ uns zur Dankbarkeit führen.

Und was für mich das Schönste ist, die Hoffnung und die Gewissheit, dass Gott alles in seinen Händen hält und uns führt, würde so unser Leben nachhaltig prägen.

In diesem Sinne wünsche ich eine neue Woche, in der wir unseren Blick in alle Richtungen lenken, um die Führung Gottes zu sehen und trotz negativer Erlebnisse dankbar das Gute für uns in Anspruch nehmen. Manuel Bendig

008 Worüber freust du dich gerade?

Dass es nur noch wenige Stunden bis zum Wochenende sind?,
dass der Wetterbericht für morgen neuen Schnee vorhergesagt hat? oder
dass du am Wochenende Menschen triffst, die du schon einige Zeit nicht mehr gesehen hast?

Am Anfang eines Jahres kann man sich auf so vieles freuen!

…auf die Freunde und Wegbegleiter.
…auf alle Herausforderungen, die reifen helfen.
…auf die Gelegenheiten, Geduld zu üben, Erfahrungen zu sammeln und Weisheit zu erlangen.
…auf die traurigsten Tage, denn sie werden Dich weiser machen!
…auf den großen Glauben in tiefer Not ,der immer Hoffnung bewahren hilft.
…auf das Lachen eines Kindes, den Wagemut eines Mannes und die Weisheit einer alten Frau.
…auf die Liebe und das Vertrauen, das Du erfahren und verschenken wirst.
…auf den unermesslichen Reichtum und Wohlstand, mit dem Du beschenkt werden wirst.
…auf all die kleinen Wunder, die Du erfahren darfst, da Du mit offenen Augen durch‘s Leben gehst.
…auf alle geweinten Tränen, die von Tiefgründigkeit zeugen und die Seele reinigen.
…auf die Kraft und den Mut zu kämpfen, um niemals aufzugeben.
…auf all  die kleinen und großen Geheimnisse des Lebens, die da kommen werden .
…auf die Liebe im Leben und auf die Menschen an Deiner Seite.
…auf den Weitblick  und  den geistig weiten Horizont bis hin zur Erkenntnis, den Du erlangen wirst.
…auf Deine Fehler und Schwächen - sie machen Dich zum Menschen.

Egal, wo wir stehen, egal, was wir gerade erleben, es scheint immer einen Grund zur Freude zu geben. So gesehen ist es nicht eine Frage der Ereignisse, die uns freudig stimmen oder in tiefe Trauer stürzen. Es scheint vielmehr unser Zugang, zu den Dingen, unsere Sichtweise der Ereignissen zu sein, die es uns ermöglichen in allem einen Grund zur Freude zu sehen.

In diesem Sinne wünsche ich eine neue Woche, in der unsere Sichtweise und unser Zugang zu dem Erleben so gelenkt wird, dass Trauriges an Druck verliert, Schönes uns beflügelt und Ungereimtes neue Horizonte öffnet. Manuel Bendig

007 Christsein im Spiegelbild Jesu

Die EKD-Ratsvorsitzende und Pfarrerin Margot Käßmann hat sich zu einem fundamentalistischen Flügel der Kirche geäußert. Dabei wandte sich die Bischöfin gegen einen Fundamentalismus, der andere herabwürdige und deshalb nicht mehr dem Christentum entspreche: „Wenn es anfängt, in eine fast kriegerische Sprache überzugehen, dann ist das nicht mehr akzeptabel. Da ist ein Punkt erreicht, der mit unserer evangelischen Kirche nicht mehr vereinbar ist“, so Käßmann. „Es gibt solche Gruppen. Die würde ich dann aber nicht mehr auf dem Boden unserer Grundsätze sehen.“ Wer von sich selbst behaupte, er sei im Besitz der Wahrheit, entspreche „nicht mehr unseren religiösen Grundüberzeugungen“, so die EKD-Ratsvorsitzende weiter. „Und jemand, der meint, dadurch Macht über andere haben zu können, verrät das Evangelium, denn die Geschichte von Jesus ist eine, in der Gott sich absolut selbst erniedrigt.“

Gedanken, die mich irgendwie nicht loslassen. Gedanken, die mich neu motivieren, wieder mal in den ‘Spiegel’ zu sehen und mich selbst anzusehen, wie ich denke und manchmal vielleicht auch rede.
 
In diesem Sinne wünsche ich uns eine Woche, in der wir uns wieder einmal bewusst machen, dass sich Gott für uns absolut selbst erniedrigt hat!

(Nach einer Vorlage von proKompakt 50-09)

006 „You‘ll never walk alone“

Der Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke schockiert nicht nur Fußballfans, sondern auch Menschen, die sich mit der Bundesliga und Fußball ansonsten nur am Rande befassen. In dieser Woche steht ein Fußballprofi im Mittelpunkt, dessen Tod und Leben Millionen bewegt. „Jetzt ist die Zeit der Trauer um einen Menschen, der Jugendlichen und Erwachsenen viel bedeutet hat“. So begann Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und hannoversche Landesbischöfin die Andacht anlässlich des Todes von Robert Enke am Mittwochabend in der Marktkirche zu Hannover.

Was aber bewegte die zahllosen Fans des Vereines, die Menschen auf den Straßen und vor den Fernsehbildschirmen so sehr an dem Tod des Torhüters? Die Antwort auf diese Frage gab Margot Käßmann – konkret und angemessen.
In ihrer Ansprache zitierte sie den Fußballklassiker „You‘ll never walk alone“. Leider sei Robert Enke den letzten Weg alleine gegangen. Aber trotzdem gelte: „Du wirst nie alleine unterwegs sein - das ist die große Lebenszusage, die Gott uns gibt.“

Viele Menschen mögen sich für Bundesliga und Fußball nur am Rande interessieren. Aber wenn die Fassaden der Glamour- und Starwelt aufbrechen, wenn die Realität zum Vorschein kommt, dann wird sichtbar, was wirklich zählt. Und das ist wichtiger als der (Medien-)Rummel, der auch die Fußballwelt beherrscht.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine Woche, in der wir uns neu dessen bewusst werden, was in guten und in schlechten Zeiten zählt.

(Nach einer Vorlage von proKompakt 45-09)

005 Was ist eine Nachricht?

Was ist eine Nachricht? In Wikipedia wird die Frage wie folgt beantwortet: Die Nachricht ist eine journalistische Darstellungsform und teilt eine Neuigkeit mit, die für den Leser, bzw. Hörer von Interesse ist. Wenn uns in den unterschiedlichen Medien Nachrichten geliefert werden, dann entscheiden wir als Leser, Hörer oder Zuschauer meist nach dem ersten Satz, ob uns etwas interessiert oder nicht.
Häufig entscheiden wir bereits mit der Auswahl der Quelle, was für uns von Interesse ist. Der Verfasser und der Überbringer der Nachrichten hat also nur einen begrenzten Einfluss auf unser Interesse.

Anders dagegen ist es mit den Nachrichten, die wir verbreiten. Meist mündlich, manchmal schriftlich. Wenn wir nicht gerade das Internet für unsere Nachrichten (twitter, facebook, ICQ o.ä.) nutzen, sondern das persönliche Gespräch, gilt häufig die gleiche Vorgabe für eine Nachricht.

Wie aber verpacken wir das, was wir an die Frau, den Mann bringen wollen? Doch meist so, dass wir vermitteln, was uns interessiert, oder? Oder fragst du, ob die Nachricht, die du gerade unbedingt vermitteln willst, den anderen interessiert?

So gesehen, ist unsere Art der Kommunikation, der Nachrichtenvermittlung auch eine Frage der Nächstenliebe.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine neue Woche, in denen die folgende Geschichte im persönlichen Umfeld wieder an Bedeutung gewinnt!

Eines Tages kam ein Bekannter zum griechischen Philosophen Sokrates gelaufen.
"Höre, Sokrates, ich muss dir berichten, wie dein Freund...."
"Halt ein" unterbrach ihn der Philosoph.
"Hast du das, was du mir sagen willst, durch drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe? Welche Siebe?" fragte der andere verwundert.
"Ja! Drei Siebe! Das erste ist das Sieb der Wahrheit. Hast du das, was du mir berichten willst, geprüft ob es auch wahr ist?"
"Nein, ich hörte es erzählen, und..."
"Nun, so hast du sicher mit dem zweiten Sieb, dem Sieb der Güte, geprüft. Ist das, was du mir erzählen willst - wenn es schon nicht wahr ist - wenigstens gut?"
Der andere zögerte. "Nein, das ist es eigentlich nicht. Im Gegenteil....."
"Nun", unterbrach ihn Sokrates. "so wollen wir noch das dritte Sieb nehmen und uns fragen ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so zu erregen scheint."
"Notwendig gerade nicht...."
"Also", lächelte der Weise, "wenn das, was du mir eben sagen wolltest, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste weder dich noch mich damit."

Quelle unbekannt

004 Geduld tut euch Not

Geduld gehört ja nicht unbedingt zu den Stärken aller Menschen. Wie gern würden wir (ich besonders) das Ende einer Geschichte schon mal vor dem eigentlichen Beginn erfahren. Wie gern würden wir (ich besonders) das Ergebnis einer geplanten Aktion direkt nach dem Startschuss sehen.

Gestern wurde ich für Geduld belohnt. Eine Aktion für Jugendliche, von der ich anfangs dachte es sei eigentlich eine ganz gute Idee, dümpelte in den letzten Monaten so vor sich hin. Die Idee von einem Stammtisch für Jugendliche in einem öffentlichen – durchaus angesagten – Café, schien nicht so richtig zu greifen. Persönliche Einladungen und Gespräche lockten mal 1, mal 2 Jugendliche an.

Gestern war es nun wieder soweit. Ich hatte zwar noch einmal über das Internetportal Facebook eingeladen, aber die Resonanz war so wie immer, eher mau. Naja und dann saß ich da. Und es kam niemand. Da ich mich mit meiner Frau, die mich dankenswerter Weise nach ihrem anstrengenden Job immer begleitet hat, in dem Café verabredet hatte, saß ich nun und wartete. Es kam aber keiner. Punkt 19 Uhr geschah dann, was mich wieder an die Sache mit der Geduld erinnert hat. - Nein, nicht meine Frau kam ins Café, die ersten drei Jugendlichen traten durch die Tür und steuerten direkt auf mich zu. Dann die nächste, der nächste usw. Am Ende saßen wir zu zehnt in dem Café. Und mein Herz hüpfte. Denn was die Jugendlichen nicht sahen, dass hatte ich beobachten können. Die Leute, die um uns herum saßen, sie stutzten, und konnten ihre Blicke nicht von uns lassen. (Wahrscheinlich haben sie sich gefragt, was so ein alter Sack, wie ich mit so vielen jungen Leuten im Café macht!)

Der lange Atem ist es, der uns häufig ermöglicht, Entwicklungen und Ergebnisse zu sehen, die wir nie wahrnehmen würden, wenn wir vorzeitige Ergebnisse suchen oder gar aufgeben.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der sie den langen Atem, die in der Bibel so hoch gepriesene Geduld aufbringen können. Übrigens Gott will uns dazu auch seine Unterstützung geben. Manuel Bendig

003 Du hast die Wahl!

In unserer Kirche gibt es ja – glücklicherweise – keine Hirtenbriefe! Also keine soziale oder politische Einlassung der Kirche in die Entscheidungsfreiheit seiner Mitglieder.
Angesichts der Politikverdrossenheit, von der in den letzten Tagen und Wochen zu hören und zu lesen ist, scheint es mir allerdings schon einmal angebracht, an die Verantwortung eines jeden Christen zu appellieren.

In der Tat ist es schier unmöglich das Richtige zu wählen, weil es ‘richtig’ in Reinform nie geben kann. In der Verantwortung eines Christen liegt es allerdings, der Stadt Bestes zu suchen. Und diese Verantwortung gehört nicht zu den passiven Dingen des Lebens. Suchen ist immer aktiv.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine Woche, in der sie aktiv und erfolgreich ihre Verantwortung, nicht nur bei der Wahl, wahrnehmen können. Manuel Bendig

002 Mich sein

Natascha Kampusch, der Name ist sicher allen noch ein Begriff. Vor drei Jahren wurde sie nach fast 10jähriger Gefangenschaft im Hause von Wolfgang Priklopil befreit. Die heute 21jährige junge Frau, die um eine unbeschwerte Kindheit und Jungend beraubt wurde, stellt heute fest, dass es viel mehr ist, was ihr jetzt fehlt. In Freiheit, und sicherlich auch versorgt, stellt sie heute fest: "Der Täter hat mich mich sein lassen.”

"Mich, mich sein lassen." Eine interessante Redewendung.

Wann bin ich den ich? Was macht mich denn aus? Was benötige ich um ich sein zu können. Und überhaupt, ist es wirklich möglich, dass ich so ganz ich sein kann? Da gibt es doch so viele Feinheiten, die es zu bedenken gibt. Meine Familie, das soziale Umfeld und vieles mehr. Kann ich da wirklich ich sein?

Wenn ich die Bibel lese, dann fallen mir immer wieder Aussagen auf, in denen Gott uns als direktes Gegenüber, als (m)ich sieht und uns als Individuum begegnet.

Das tut gut zu wissen, dass Gott sein Interesse an uns persönlich bekundet. Ja mehr noch, so viel Interesse an uns zeigt, dass er sich mit seinem Leben für unseres einsetzt.

Eine gute Gelegenheit sich neu der der Tatsache bewusst zu werden, wie wertvoll wir in den Augen Gottes sind. Manuel Bendig

001 Slogan für's Leben

Überall kleben sie, die Plakate der Parteien. In allen Größen starren sie uns an, die Politiker. Mit den unterschiedlichsten Slogans versuchen sie uns auf die Wahlen hin zu beeinflussen.

Abgesehen davon, dass die Politiker und Parteien im aktuellen Wahlkampf eine ‘neue’ Dimension der Plakatwerbung eingeläutet haben, indem für sie (nackte) Haut kein Tabu mehr darstellt, ist es die Masse der Plakate, die den Bürger förmlich zu überrollen scheint.

Wenn man sich die Slogans der Parteienwerbung einmal näher betrachtet, dann kann man sie in nur wenige Gruppen zusammenfassen.

  • Die einen schreiben Nichtssagendes riesig groß, wodurch es ja nicht unbedingt aussagekräftig wird;
  • Die anderen preisen sich und ihre Partei mit dem Blick auf die vermeintliche Schwäche der anderen an;
  • Und die radikalen Parteien ‘werben’ mit ihren nie enden wollenden Hetzparolen.

Neben der Tatsache, dass dieser Teil des Wahlkampfes wieder Unsummen verschlingt, mit denen so manche Hilfsorganisation über einen längeren Zeitraum wirklich gute Arbeit leisten könnte, bleibt mein Blick bei dem Slogan hängen. Unweigerlich stellt sich mir die Frage, welcher Slogan über meinem Leben steht. In diesem Sinne wünsche ich ein Wochenende, an dem Sie Zeit finden, sich über Ihren Lebensslogan Gedanken machen zu können. Wer weiß, vielleicht finden Sie ja einen sinnvollen Weg, ihn zu ‘plakatieren’!? Manuel Bendig